Chronik

Übersicht zur jungen Frankenhainer Geschichte

1297 erste Erwähnung der Wüstung Frankenhain im Klausengrund, die aus 24 Höfen bestand     und im 15. Jahrhundert aufgegeben wurde. 14. und 15. Jahrhundert europaweiter Protest gegen die katholische Kirche durch Reformatoren wie Johannes Hus, Ulrich Zwingli, Martin Luther und Johannes Calvin (Vater der Hugenotten).

1572 Bartholomäusnacht in Paris 23./24. August, in der auf Betreiben Katharina von Medicis mehrere Tausend Hugenotten in Frankreich umgebracht werden.

1598 Heinrich IV erlässt das Edikt von Nantes, das den frz.. Protestanten (Hugenotten) die Gewissensfreiheit sowie die Ausübung reformierter Gottesdienste zusichert.

1643 – 1710 regiert Ludwig XIV. Mazarin, sein Berater, führt die Politik, die auf die Vernichtung der reformierten Kirche zielt, im Sinne Riechelieus weiter. Verfolgungen und Grausamkeiten gegenüber den Hugenotten nehmen zu.

1685 Landgraf Carl von Hessen und der Große Kurfürst von Brandenburg-Preußen erlassen Edikte zur Einwanderung der Hugenotten. 44.000 frz.. Glaubensflüchtlinge, davon allein 20.000 in Brandenburg-Preußen und 3.800 in Hessen-Kassel finden in Deutschland eine neue Heimat.

Landgraf Carl von Hessen

Landgraf Carl

1699 123 Hugenottenfamilien treffen in Treysa ein und werden in Kammern und Stuben der einheimischen Bevölkerung sowie in den leerstehenden Gebäuden des Dominikanerklosters aufgenommen

1701 Geburtsstunde der Hugenottencolonie: 14 Familien, unter ihnen die Familien von Pierre Ferreau, Jean Pommaret, Jean Bouchat, Pierre Gabatier u. Jean Audoyer erhalten Siedlungsland auf einen kargen Höhenrücken, 3 km nord- westlich von Treysa.

1707 Der Kommissar der Colonie, Generalmajor Alexander Rolaz du Rosey beschreibt in einem Bericht an den Landgrafen Carl die ärmlichen Verhältnisse des Hugenottendorfes.

1723 67 Personen bewohnen die Straßensiedlung in einfachen und ärmlichen Fachwerkhäusern. Bei den ersten Siedlern handelt es sich überwiegend um Strumpfwirker, Schneider, Bauern, Kürschner und Wollarbeiter.

1724 erste deutsch- französische Ehe. Joseph Fournier heiratet Elisabeth Berk.

1736 Jean Pierre Montet wird zum ersten Lehrer der Colonie bestellt und unterrichtet in seinem eigenen Haus. Im gleichen Jahr wird das Forsthaus mit Hausnr. 1 errichtet.

1742 Das Lager-, Stück- u. Steuerbuch beschreibt erstmalig die Besitz-, Wirtschafts- und Lebensverhältnisse des Hugenottendorfes. In 13 Häusern leben bereits 105 Menschen.

1750 Conrad Ries richtet in der Nähe des Dorfes im Haus Nr. 17 entgegen der Genehmigung des Landgrafen eine Wirtschaft (Cabaret) ein.

1755 Fertigstellung und Einweihung der Kirche.

1755 – 1799 eigene Pfarrstelle mit Wohnung/Haus in Frankenhain.

1785 In Frankenhain gibt es bereits 9 deutsche und nur noch 11 französische Familien.

1826 Die Predigten in der Kirche werden nur noch in deutscher Sprache abgehalten. Dies ist auf die Bemühungen des Treysaer Pfarrers Franz von Roques zurückzuführen, der sich sehr für die Förderung der Colonie eingesetzt hat.

1843 Das Steuerkataster von Treysa nennt 200 Seelen (37 Männer, 41 Frauen, 59 Töchter, 42 Söhne, 11 Knechte und 10 Mägde).

1868 Friedhof unterhalb des Forsthauses wird aufgegeben und neuer Friedhof im Oberdorf wird angelegt.

1870 Ankauf des eigenen Schulgebäudes.

1893 Frankenhain wird vom Pfarramt Rommershausen mitbetreut.

1909 Das Dorf wird endlich mit frischem Quellwasser versorgt, da die neue Wasserleitung in Betrieb genommen werden konnte. Fast 200 Jahre musste das Wasser von einer Schöpfstelle, die 200 m vom Unterdorf entfernt, am alten Wassergaben lag, mit Eimern und Fässern von den Bewohnern geholt werden.

1914 – 1918 Erster Weltkrieg: Viele junge Männer werden eingezogen. Sieben von ihnen fallen zum Teil noch in den letzten Kriegstagen.

1934 Am 03. Februar gründen 53 Männer im Schulsaal die „Freiwillige Feuerwehr Frankenhain“.

1939 – 1945 Zweiter Weltkrieg: Am Ende des Krieges werden 5 Frankenhainer vermisst und 13 kommen ums Leben. Auf einer Gedenktafel sind die Namen der vermissten und gefallenen Männer festgehalten.

1950 Die Frankenhainer Feuerwehr wird erneut gegründet. Im gleichen Jahr wird die Friedhofskapelle in Betrieb genommen.

1955 „Schreinerei in Frankenhain abgebrannt, Maschinenschaden wird auf rund 10.000,- DM geschätzt“ lautet die Schlagzeile im Schwälmer Echo. Dank des vorbildlichen Einsatzes der Feuerwehr, die innerhalb von fünf Minuten den Brandherd bei Schreiner Heinrich Meier bekämpfte, konnte ein Übergreifen auf die benachbarten Häuser verhindert werden.

1958 Fertigstellung des neuen Forsthauses.

1960 Gründung des TSV Frankenhain.

1961 Inbetriebnahme des Vereinsheimes sowie des Sportplatzes.

1966 – 1970 Im Schulgebäude neben der Kirche werden nur noch die Grundschüler unterrichtet. Das Gebäude wird in 1970 an den Lehrer Hagenauer verkauft und der Schulbetrieb eingestellt. 1969 Am 26. Februar wird im Gasthaus Walck der Verein zur Förderung des Fremdenverkehrs gegründet.

1971 Frankenhain verliert seine Selbständigkeit und wird Stadtteil der Großgemeinde Schwalmstadt.

1972 Das neue Dorfgemeinschaftshaus wird Anfang Oktober unter reger Anteilnahme der Dorfbevölkerung feierlich eingeweiht. Die Kirche wird renoviert.

1974 Frankenhain erringt im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ auf Bezirksebene den 1. Platz in der Gruppe der Gemeinden, die weniger als 1000 Einwohner haben. Im gleichen Jahr wird die Minigolfanlage mit 12 Bahnen hinter dem Dorfgemeinschaftshaus errichtet.

1976 Frankenhain feiert sein 275 jähriges Bestehen.

1984 Die Freiwillige Feuerwehr feiert ihr 50 jähriges Jubiläum.

1985 Der Fremdenverkehrsverein wird wegen stark rückläufiger Besucherzahlen aufgelöst.

1989 – 1992 Die Kirche wird erneut renoviert.

1993 Bau und Einweihung der Tennisanlage neben dem Sportplatz. Am Mittwoch, den 07. Juni ist Frankenhain auf „Sender“. Im Regionalprogramm des HR4 wird das kleine Hugenottendorf von der Moderatorin Petra Nagel eine Stunde lang im Rundfunk vorgestellt. Im vollen Festzelt präsentieren sich die Frankenhainer von ihrer besten Seite.

1994 Die Freiwillige Feuerwehr feiert ihr 60 jähriges Bestehen.

1995 Teilnahme am Hessentagsumzug am Sonntag, den 02. Juli in Ziegenhain mit dem Motivwagen „1701 – Hugenotten siedeln in Frankenhain“. In zahlreichen Arbeitsstunden wurde die Hugenottenkirche maßstabsgetreu verkleinert und unter der Leitung von Gerson Nagel nachgebaut. Im Oktober wird mit dem Bau der 2,5 km langen Kanalleitung begonnen, mit der das Dorf an die Kläranlage in Treysa angeschlossen werden soll.

1996 Sonntag, den 11. August: Teilnahme am 50. Hutzelkirmesumzug in Treysa mit dem Motiv des Hessentagsumzuges Motiv des Hessentag-Umzuges

 Frankenhain beim Hessentag

1997 Wegen eines umgestürzten Baumes auf die Stromleitung zwischen Florshain und Frankenhain am Donnerstag, den 20. Februar waren die Frankenhainer fast 2 Stunden ohne Stromversorgung. Am Donnerstag, den 21. August waren die Frankenhainer zu Gast in Schwabendorf bei der Hörfunksendung „Sommerradio“. Im gleichen Jahr werden die Straßen „Alter Pfarrweg, Am Wassergraben und der Sachsenhäuser Weg“ geteert sowie das Dorfgemeinschaftshaus saniert (Heizung, Außenanlagen und Außenanstrich). Mit 1243 Arbeitsstunden und 7000.- DM Eigenleistung wird das ehemalige Gefrierhaus zum Schulungsgebäude der Freiwilligen Feuerwehr umgebaut.

1999 Im Juni belegt Frankenhain zum zweiten Male den 1. Platz bei dem Regionalentscheid „Unser Dorf“ mit 71,33 Punkten .

2000 Beim Dorffest am Samstag, den 26. August wird die Strasse nach Treysa zum „Hugenottenweg“ umbenannt und zwei Tafeln an den Ortseingängen mit Hinweis auf die 300 – Jahrfeier in 2001 angebracht. Seit Juni wird unter der Leitung von Günther Plag die Friedhofskapelle durch einen Anbau erweitert und die Außenanlagen umgestaltet.

Friedhofskapelle im Jahr 2001 Skizze

 Friedhofskapelle Frankenhain

2001 02. – 05. August Frankenhain feiert sein 300 jähriges Bestehen.

Pünktlich zur 300 – Jahr – Feier

„Fertigstellung und Übergabe der Friedhofshalle und Einweihung des Hugenottenplatzes 2001

Friedhofskapelle Frankenhain

2004 Einweihung des neuen Sportlerheimes

2005 24. August: 250 Jahre Frankenhainer Kirche

2009 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Frankenhain

2010 Am 01. Januar 2010 – Zusammenlegung der EV. Kirchengemeinden Ascherode, Frankenhain, Rommershausen/Dittershausen und Treysa zur Evangelischen Kirchengemeinde Franz von Roques in Schwalmstadt.

2010 20 Jahre Jugendfeuerwehr Frankenhain

2010 50 Jahre TSV Frankenhain

2011 März 2011 Fertigstellung der Quasselhütte auf dem Kinderspielplatz

 Quasselhütte Frankenhain

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